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Optimieren oder ein paar Gedanken zum Hobeln
Das HobeleisenDie meisten westlichen Hobel haben ein Eisen, dass meiner Ansicht zu dünn ist. Bei schwierigem Faserverlauf, wenn sich die Schnittkraft ändert, wird das Eisen zu Schwingungen angeregt oder verformt sich. Die Spandicke ändert sich und die Fasern können ausgerissen werden. Um das von der Seite des Hobeleisens zu verhindern sind muß ein Eisen
Die Stabilität wird durch ein dickes Eisen erreicht mind. 3 besser 4 oder 5 mm. Das Eisen sollte auf seiner ganzen Länge besonders aber im unteren Bereich sauber aufliegen und möglichst bis nah an die Schneide gestützt werden. Am besten wird das bei einem "Block-Plane" oder Flachbetthobel erreicht. Die Stabilität kann auch durch den Spanbrecher erhöht werden. Allerdings leisten das die dünnen Standardspanbrecher nur unzureichend. Lie-Nielsen bietet für seine Hobel eine dickere Version zum Aufrüsten an, aber auch Clifton hat einen dickeren Spanbrecher im Angebot. Meine Hobel habe ich mit einem 4mm dicken Spanbrecher ausgerüstet um die Stabilität an der Schneide zu erhöhen. Meine Rauhbank habe ich mit einem 6mm starken Eisen ausgerüstet und konnte so die Leistung wesentlich verbessern (ohne Spanbrecher). Ein positiver Effekt war, dass sich dadurch auch das Hobelmaul verengt hat. Bei dieser Eisenstärke ist meiner Meinung nach ein Spanbrecher nicht mehr notwendig. Es gibt einige Hobelhersteller, die ganz auf einen Spanbrecher verzichten. Auch den Stanley #5 habe ich mit einem 5mm starken Eisen von Lie Nieslen ausgerüstet und sein Verhalten dadurch verbessert. Allerdings mußte ich einen kleinen Adapter einfügen, damit der Verstellmechanismus noch funktioniert. Wahrscheinlich werden deshalb für die Hobel keine dicken Nachrüsteisen angeboten. Um beim Hobeln feine Späne zu erzielen, muß die Schneide eine "ideale" Linie bilden. Dies ist nur möglich, wenn die Spiegelseite, beim normalen Hobel zeigt sie nach oben, plan ist. Dies wird durch das Abrichten erreicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Spiegelseite abzurichten:
Bei jedem Anschnitt wird das Hobeleisen stoßartig belastet (dies kann man durch ein Schwenken des Hobels vermindern, es entsteht so ein allmähliches Anschneiden), Das Hobeleisen wird so in Schwingungen versetzt, wenn es schwingt ändert sich die Spandicke, dies führt zu "Rattermarken" auf dem Werkstück, aber auch zu Ausrissen. Eine Schwingungsanregung kann auch durch Schnittkraftschwankungen bei Ästen oder Änderungen im Faserverlauf entstehen. Diese Schwingungen sollten durch Schwingungsdämpfung vermindert werden. Die japanischen Hobeleisen kombinieren die harte Schneide mit einem weichen dämpfenden Eisenkorpus, die feuerverschweißt werden. Dies führt auch zu dicken Hobeleisen 6-7mm. Dicke Hobeleisen sind meiner Meinung nach mit die wirksamste Methode die Schwingungen erst gar nicht oder kaum entstehen zu lassen. Bei allen Hobeln habe die Standard-Flattereisen durch dickere Eisen ersetzt. Die Dämpfung kann aber auch durch den Hobelkörper verstärkt werden. Grauguß, wie bei den westlichen Hobel verwendet, hat auch schon eine bessere Schwingungsdämpfung im Vergleich zu Stahl. Besser ist die Dämpfung durch Holz. Bei den Infillhobel wird das Eisen auf ein Hartholzbett gepreßt, um diesen Effekt auszunutzen. Bei dem Infill mit einem japanischen Hobeleisen habe ich diesen Effekt noch durch einen Holzkeil unter der Klappe verstärkt, das Eisen wird so auf der Oberseite und Unterseite auf das dämpfende Holz gepreßt, obwohl der Hobel keinen Spanbrecher hat, erziele ich damit oft die besten Resultate.
Das HobelmaulDas Hobelmaul sollte möglichst eng sein und genau vor der Schneide das Holz nach unten pressen. Das kann nur erreicht werden wenn die Sohle ganz plan ist oder wie bei den Japanischen Hobeln genau hier "trägt". Um das Hobelmaul ganz eng zu halten ist entweder eine sehr genau Fertigung notwendig oder man umgeht das Problem mit einem einstellbaren Hobelmaul. Meine Hobel habe ich deshalb alle mit einer Schiebeplatte ausgerüstet, die gemeinsam mit dem Hobelkörper aus Eisen geschliffen wurde. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Hobel zu fertigen und dann das Eisen genau auf das notwendige Maß zu schleifen. Ich stelle bei meinen Hobeln, die eine Schiebeplatte haben, den Spalt so eng ein, dass der Span nach dem Hobeln im Hobelmaul fast festklemmt. Er dürfte gerade mal ein paar Hunderstel Millimeter groß sein. Hierzu stelle ich das Eisen auf Tiefe zu und schiebe dann die Platte leicht gegen das Eisen. gegen das Licht gehalten kann man gerade noch einen feinen Lichtspalt sehen.
Der HobelkörperDer Hobelkörper sollte stabil und steif sein, es gibt 2 Möglichkeiten dies zu realisieren:
Von Hobeln aus Kunststoff habe ich bisher noch nichts gehört. Metall (Gusseisen, Messing, Bronze, Stahl) hat den Vorteil weitgehend formstabil zu sein. Aber auch Gusseisen kann "arbeiten" sprich seine Form verändern. Dies resultiert aus den Spannungen, die beim Abkühlen nach dem Gießen entstehen. Bei der Hobelsohle ist meistens zu beobachten, dass sie sich etwas hohl zieht. Verringern kann man diese Verformungen durch Spannungsarmglühen. Holz hat den Vorteil, dass es leicht ist. Puristen behaupten, dass das Holz nur von einem Holzhobel "berührt" werden soll. Naja, ganz so eng sehe ich das nicht. Nachteilig ist, das der Hobel arbeitet mit den Feuchtigkeitsschwankungen in der Werkstatt. Bei neuen Hobeln (oder neu gekauften "alten") sollte man sie erst mal ein paar Tage in der Werkstatt liegen lassen. Bevor man sich an das Abrichten der Hobelsohle macht. Japanische Holzwerker kontrollieren jeden Tag die Ebenheit der Hobelsohle und richten diese mit einem Schabhobel ab. Ein Putzhobel kann nur dann feine Späne hobeln, wenn die Hobelsohle exakt plan ist. Am besten kontrolliert man das mit einem Präzisionslineal und hält die Hobelsohle gegen das Licht. Am einfachsten ist es den Hobel mit Schleifpapier abzurichten. Dazu ist eine präzise Referenzfläche notwendig. Ich benutzte eine Granitplatte, aber auch eine dicke Glasscheibe funktioniert oder Flächen auf Hobelmaschinen oder Kreissägen. Das Schleifpaper wird auf die Referenzfläche geklebt. Bei den Holzhobeln kann man vorher mit einem anderen Hobel die größten Unebenheiten beseitigen. Bewährt hat sich auch der Schabhobel hierbei. Man schleift solange bis der Hobel vorne, vor dem Hobeleisen und am Ende sauber trägt. Um das Ergebnis zu kontrollieren kann man auch die Hobelsohle mit einem Bleistift schraffieren und hat so einen Überblick, wo "Berge und Täler" sind, nachdem man ein bisschen geschliffen hat. Bei Eisenhobeln gibt es auch die Möglichkeit des Schabens. Hierzu muß ein Hartmetallschaber gekauft werden. Mit einer Tuschierfarbe wird die Sohle auf einer Referenzfläche markiert, nur die "Berge" übernehmen die Farbe und werden vorsichtig mit dem Schaber entfernt. Dieser Vorgang: Markieren und Schaben wird immer wiederholt, bis die Sohle plan ist. Der Schnittwinkel d
Der Schnittwinkel d hat entscheidenden Einfluss auf die Charakteristik des Hobels. Hobel, bei denen die Spiegelseite nach unten zeigt (Blockplanes) weisen einen Freiwinkel von 12° auf. Gemeinsam mit dem Keilwinkel b von 25° ergibt das einen Schnittwinkel von 37°. Diese Hobel eigenen sich besonders gut um Hirnholz zu bearbeiten. Ich habe aber auch schon oft beim Putzen gute Ergebnisse mit einem Winkel von 37° erzielt. Mit einem Freiwinkel von 23° und einem Keilwinkel von 30° ergibt sich ein Schnittwinkel d von 53°
Diese Hobel haben den Vorteil, dass man durch Auswechseln des Eisen durch unterschiedliche Keilwinkel, unterschiedliche Schnittwinkel erzielen kann. Der Standardhobel hat einen Schnittwinkel von 45°. Er eignet sich für Weichhölzer und einfache Harthölzer. Japanische Standard Hobel haben einen Winkel von 40-43°, weshalb sie sich am besten für Weichhölzer eignen. Mit 48° können schon schwierigere Harthölzer verarbeitet werden. Der Winkel ist ein guter Kompromiss zwischen dem leichten Ziehen bzw. Schieben des Hobels und der Gefahr der Ausrisse. Mit zunehmendem Schnittwinkel, lassen sich die Hobel immer schwerer ziehen bzw. schieben, da der Span stark umgeformt werden muß. Bei 50° können noch schwierigere Faserverläufe gemeistert werden. Mit meinem Infill mit 50°, kann ich die meisten heimischen Hölzer problemlos bearbeiten. 55° werden bei schwierigem Hartholz bzw. Tropenhölzern notwendig Bei 60° werden die schwierigsten Hölzer gehobelt z.B. IPE oder Purpelheart. Mit 60° Schnittwinkel habe ich eine Rauhbank gebaut, damit bei schwierigen Hölzern beim Abrichten nicht andauernd Ausrisse vorkommen Mit 90° werden die Hobel als Schabhobel benutzt. Hat man einen Hobel mit 60° Schnittwinkel, so kann man das Hobeleisen umdrehen (Spiegelseite nach unten) und hat einen 90° Schabhobel. In der Praxis probiere ich einfach die Hobel mit den unterschiedlichen Schnittwinkeln aus, um den besten für den jeweiligen Anwendungsfall zu ermitteln. |
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RoSchmid@web. de zuletzt überarbeitet am 08.10.2005 |