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Griffherstellung
Infill 50 Grad
 
   


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Traditionelle Bauweise eines Norris

-Hobels:

Bei den traditionellen Norris – Hobeln wird der Hobelkörper aus Platten, die dann durch eine Zinkenverbindung miteinander verbunden werden, aufgebaut. Diese Zinken werden etwas hinterschnitten, um dann in diesen Hohlraum (durch Kaltumformung des Metalles ) mit dem Hammer das Metall hineinzutreiben. Dadurch sind dann alle 3 Platten formschlüssig in alle Richtungen miteinander verbunden. Um die Parallelität der beiden Aussenplatten zu gewährleisten werden diese durch die Griffe (die man als Infill bezeichnet) durch Querbolzen miteinander verbunden.

Die Norris-Hobel gelten als die besten Hobel nach westlicher Bauweise. Um nun in den Genuß eines solchen Hobels zu kommen gibt es folgende Möglichkeiten:

Kauf eines originalen Norris-Hobels (je nach Zustand 400-800 Euro)

Selberbauen mit Hilfe eines Bausatzes von Shepherd ( in Deutschland bei Dieter Schmid erhältlich) http://www.feine-werkzeuge.de/infill.htm

Kompletter Eigenbau

Mein Eigenbau: Weiterentwicklung des Norris-Hobels

Konstruktion:

Um den Hobel fertigen zu können, war es zuerst notwendig die Fertigungszeichnungen zu erstellen. Ich habe den Hobel auf einem CAD-System 3-dimensional konstruiert. Hierbei ist die Konstruktion parameter-gesteuert, so dass sich jederzeit durch Editieren der Maße die Konstruktion verändern lässt (z.B. Winkel des Eisens oder die Eisenbreite etc.), durch Verknüpfen der Maße untereinander ist gewährleistet, dass die Teile immer zusammenpassen.

Die Einzelteilzeichnungen werden dann automatisch aus dem 3D-modell generiert.

Fertigung des Hobelkörpers

Da ich die Möglichkeit hatte, den Hobel aus dem vollen Material (Werkstoff S235JR) fräsen zu lassen, blieb mir das Sägen und Feilen der traditionellen Bauweise erspart, was sicherlich auch seinen Reiz hat.

Das Fräsen aus dem vollen Material sorgt für eine hohe Steifigkeit des Hobelkörpers. Die Befürchtung, dass sich der Hobelkörper beim Fräsen verzieht (da er nicht spannungsarm geglüht war) hat sich glücklicherweise nicht erfüllt.

Um eine hohe Oberflächengüte, Ebenheit und Winkligkeit zu erzielen, wurde der Hobelkörper nach dem Fräsen mit eingebauter Schiebeplatte auf einer Flachschleifmaschine geschliffen. Das Hobelmaul kann durch eine Schiebeplatte genau eingestellt werden. Fixiert wird die Schiebeplatte durch Schrauben, die durch den vorderen Griff gesteckt werden

Fertigung der Griffe

 

Das Eisen liegt auf dem Holzinfill (Griff hinten) auf, was für eine gute Dämpfung der Vibrationen sorgt. Der Griff besteht aus einem Mittelteil, auf das ich dann die Seitenwangen aufgeleimt habe. Der Griff wird durch einen Querbolzen und durch 3 Schrauben, die durch den Boden geschraubt werden, mit dem Hobelkörper fixiert. Damit die Eisenkante und die Schräge des Holzgriffes, auf der das Eisen aufliegt, genau fluchten, musste ich den Griff mehrmals aus und wiedereinbauen, wo bei ich jeweils vorsichtig immer wieder etwas Holz von der Schräge mit einem Hirnholzhobel entfernt habe. Als Holz für die Griffe habe ich Padouk verwendet. Leider ein Tropenholz, aber sehr formstabil, hart und gut zu bearbeiten. Allerdings hat man bei der Bearbeitung nachher überall den roten Staub hängen.

Hier ist eine ausführliche Beschreibung für die Herstellung des Griffes

 

Der Verstellmechanismus:

Ich habe den originalen Norris-Verstellmechanismus für die Eisenzustellung und laterale Einstellung etwas abgewandelt.

Die Stellschraube hat ein Feingewinde M8x0,5 und ein Innengewinde M5x0,35, so dass eine Schraubenumdrehung für eine Zustellung des Eisens von 0,15mm erzeugt.

Die Stellschraube wird mit ihrem Aussengewinde durch einen Messingzylinder geschraubt.

Bau des Griffes

Für diesen Messingzylinder habe ich mit einem Forstner-Bohrer ein Loch in den Holzgriff gebohrt, so dass der gesamte Verstellmechanismus um den Messingzylinder geschwenkt werden kann, um die Winkeleinstellung des Eisens vornehmen zu können. Die Führung im Holzgriff ist erstaunlich spielfrei.

Als Hobeleisen habe ich das Lie-Nielsen Eisen mit 60mm Breite verwendet.

 

 

 

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Copyright © 2004 Rolf Schmid

zuletzt überarbeitet am 08.10.2005