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Erfahrungsbericht Woodrat.

 

Ich arbeite gerne mit Handwerkzeug und meine Abrichte habe ich schon seit Monaten nicht mehr eingeschaltet,  weil ich einfach lieber mit Handhobeln arbeite, aber manche Arbeiten dauern mit Handwerkzeug einfach ein bißchen zu lang. Bisher habe die z.B. Zapfenlöcher von Hand ausgestemmt, aber bei vielen Löchern und Hartholz, ist das keine Arbeit, nach der ich mich „sehne“. Deshalb habe ich nach einer Vorrichtung Ausschau gehalten, die manche Arbeiten beschleunigt.

 

Zinken und Zapfenverbindungen waren dabei die Aufgaben, die ich rationalisieren wollte. Dabei geriet ich irgendwann an die Woodrat. Denn Zinken und Zapfenvorrichtung von LEIGH zusammen war mir einfach zu teuer.

 

Sie kann viele Aufgaben erledigen, ist flexibel, aber dafür muß man sich auch einarbeiten und beim Arbeiten konzentrieren, denn das Fräsen wird einem nicht durch Schablonen erleichtert sondern, die Einstellungen werden durch Markierungen vorgenommen oder durch Anschläge, die man aber auch selber anfertigen muß.

Die Anleitung ist dafür sehr ausführlich und anschaulich. Sie kann übrigens kostenlos von der Woodrat-Homepage runtergeladen werden.

 

Der erste Eindruck, war positiv, als ich die Maschine ausgepackt habe. Ein massives Profil aus Aluminium extrudiert und anodisiert, um die Oberfläche zu schützen.

 

Ich mußte die Spannvorrichtung montieren (ca. 5min) und die Grundplatte auf das Profil schrauben und rechtwinklig ausrichten. Einer der Aluschienen war nicht exakt gebohrt, so dass ich eine Bohrung mit der Feile erweitern mußte, damit die Schraube durch paßt.

Die Grundplatte muß durch Zwischenlagen rechtwinklig zur Frontpartie des Profils ausgerichtet werden. Das Profil ist nicht nach dem Extrudieren gefräst oder geschliffen worden, so dass es nicht genau winklig ist. Na ja damit kann ich noch leben.

 

Dann habe ich  die Linearführung ausprobiert, die von einer Kurbel bedient wird und da war schon mächtig viel Spiel drin. In der englischen Anleitung ist zwar eine Beschreibung, aber ein bißchen enttäuscht war ich schon, schließlich ist die Woodrat nicht gerade billig! Nach ca. 1h und ein wenig probieren, zu fest, zu lose, zu fest, zu lose....... War die Führung dann vertikal spielfrei. Ich habe die Kunststoffführung mit Fühlerlehrenband 0,4 nach oben geschoben. ( Auf dem Photo sind noch die ersten Versuche mit Papier zusehen)

 

Das horizontale Spiel wird durch das Werkstück rausgedrückt, indem man es beim Spannen gegen die Woodrat drückt. Hierfür kann man sich aber auch kleine Spannstücke bauen.

Nun gings im nächsten Schritt daran die Fräse auf der „router-plate“ zu befestigen. Das hat schon länger gedauert, denn die Oberfräsenachse soll genau zur Mittelachse der „router-plate“ ausgerichtet werden. Also erst mal die Oberfräse vermessen und an auf die „router-plate“ übertragen, der erste Versuch ging natürlich schief, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann habe ich mich dazu entschieden es auf die traditionelle Art mit Höhenreißer auf einer Anreißplatte zu machen und jetzt sitzt die Oberfräse mit einem Versatz von 1/10 mm auf der Platte.

 

Idealerweise wird die Woodrat an der Wand befestigt, bei meiner kleinen Werkstatt ist da aber keine Chance! So habe ich sie auf einem Reststück von einer Küchenarbeitsplatte montiert und die wird dann auf den „Out-feed“-Tisch meiner Kreissäge gespannt. Für mich ist dann gerade noch genug Platz, um noch zwischen Woodrat und Hobelbank zu passen.

 

Nun noch die Absaugung anschließen und dann konnte es mit der ersten

Von den HSS-Fräsern bin ich nicht so ganz überzeugt (zumindest nicht von den „straight bits“).  Sie lassen sich zwar von Hand mit einem Diamantstein schärfen, aber meine Vollhartmetall-Spiralfräser  schneiden doch „sauberer“ und bisher konnte ich an ihnen keinerlei Verschleiß feststellen.

 

Die verwendete Oberfräse sollte ein Zustelltiefe von 60-70mm haben, damit man Zapfenlöcher ausreichend tief fräsen kann, deshalb bin ich auch von meiner OF 1000 auf die OF1400 umgestiegen.

 

Mein Erstlingswerk mit der Woodrat, war die Herstellung der Verbindungen einer Schranktür. Ich musste sie als „Loose Tenons“ ausführen, da ich nicht mehr genug Holz für die Zapfen hatte. Damit die Zapfenlöcher sauber und maßhaltig werden, habe ich jeweils nur immer 8-10 mm zugestellt und mußte so mehrmals hin und herfahren um die gewünschte Tiefe zu erreichen.

Nach der Fertigstellung der Plungebar, werde ich versuchen Anschläge an der Woodrat zu befestigen, die mir das hin- und herfahren erleichtern. bisher habe ich mir Markierungen auf das Werkstück gemacht und die Basisplatte als Bezugskante benutzt.

 

Hierfür musste ich mir zuerst einen Mortise-Rail bauen um die Leisten horizontal an die Woodrat spannen zu können.

 

Mein bisheriges Fazit:

für die Herstellung von Schlitz- und Zapfenverbindung gut geeignet, aber erfordert ständige Konzentration!

Als nächstes sind die Verbindungen für 2 Türgitter dran, da werde ich mich auch intensiver mit den Zapfen auseinandersetzen können......

 

 

 

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Copyright © 2004 Rolf Schmid

zuletzt überarbeitet am 08.10.2005